Trägerinformationen
Die FSE Pflegeeinrichtungen gGmbH betreibt drei Pflegeheime in Berlin mit den Standorten Hohenschönhausen, Hellersdorf und Marzahn.
Zusätzlich wurde im Januar 2006 ein spezielles Pflegeheim für jüngere Menschen in Kreuzberg eröffnet, auf dass sich die nachfolgende Konzeption bezieht.
Das Pflegezentrum „House of Life„ ist in das QMS der Gesellschaft integriert, deshalb gelten die nachfolgenden Leitbilder auch für dieses Haus.
Unternehmensleitbild
Die FSE gGmbH und die FSE Pflegeeinrichtungen gGmbH übernehmen als korporative Mitglieder das bundesweit für die Arbeiterwohlfahrt geltende AWO Leitbild.
1. Wir bestimmen – vor unserem geschichtlichen Hintergrund als Teil der Arbeiterbewegung – unser Handeln durch die Werte des freiheitlich demokratischen Sozialismus: Solidarität, Toleranz, Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit.
2. Wir sind ein Mitgliederverband, der für eine sozial gerechte Gesellschaft kämpft und politisch Einfluss nimmt. Dieses Ziel verfolgen wir mit ehrenamtlichem Engagement und professionellen Dienstleistungen.
3. Wir fördern demokratisches und soziales Denken und Handeln. Wir haben gesellschaftliche Visionen.
4. Wir unterstützen Menschen, ihr Leben eigenständig und verantwortlich zu gestalten und fördern alternative Lebenskonzepte.
5. Wir praktizieren Solidarität und stärken die Verantwortung der Menschen für die Gemeinschaft.
6. Wir bieten soziale Dienstleistungen mit hoher Qualität für alle an.
7. Wir handeln in sozialer, wirtschaftlicher, ökologischer und internationaler Verantwortung und setzen uns nachhaltig für einen sorgsamen Umgang mit vorhandenen Ressourcen ein.
8. Wir wahren die Unabhängigkeit und Eigenständigkeit unseres Verbandes; wir gewährleisten Transparenz und Kontrolle unserer Arbeit.
Pflegeleitbild
Wohnen und Pflege in den Einrichtungen der FSE gGmbH zielen darauf ab, die Selbstbestimmung, Selbstverwirklichung, Kompetenz und Lebensqualität pflegebedürftiger Menschen zu fördern und zu unterstützen.
Darunter verstehen wir:
- den Respekt und die Würde aller BewohnerInnen zu achten
- die Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse bei der Betreuung und Pflege
- die Einbeziehung aller BewohnerInnen, Angehörigen und Betreuer und ihre Vorstellungen in die pflegerische Betreuungsplanung
- Kontakte zu Angehörigen und Betreuern zu pflegen
- Menschen in der letzten Phase des Lebens nicht allein zu lassen.
Wir streben ein hohes Maß an Pflegequalität an und sichern die Qualität
- durch ständige Weiterbildung und die Anwendung neuer pflegewissenschaftlicher Erkenntnisse
- durch die Kooperation aller an der Betreuung beteiligten Berufsgruppen
- durch einen offenen vertrauensvollen Umgang miteinander
- durch die Einsatzbereitschaft, Eigeninitiative und die bewusste Übernahme von Verantwortung aller MitarbeiterInnen in pflegerischen, wirtschaftlichen, gesetzlichen und ökologischen Bereichen unseres täglichen Handelns.
Dieses Pflegeleitbild ist verbindlich für alle unsere MitarbeiterInnen!
Das Pflegekonzept dient der Vereinheitlichung der Pflege. Es führt die Pflege von der intuitiven zur vorsätzlich geplanten und zielorientierten Arbeitsweise. Dabei gibt es den Aktivitäten der inneren Atmosphäre und dem äußeren Erscheinungsbild unserer Pflegeheime einen überprüfbaren Rahmen, in dem gewünschte Verhaltensweisen, Fähigkeiten der Mitarbeiter und strukturelle Bedingungen systematisch definiert werden.
Theorie: Prinzip des Pflegemodells
In unseren Pflegeeinrichtungen orientieren wir uns an dem Rahmenmodell der ganzheitlich fördernden Prozesspflege nach Monika Krohwinkel.
In diesem Pflegemodell geht es um die Aktivitäten und existentiellen Erfahrungen des Lebens ( AEDL ) als Grundbedürfnis eines jeden Menschen. Die ganzheitliche Betrachtungsweise wird definiert durch das Zusammenwirken der Faktoren: Mensch, Umgebung, Gesundheit, Krankheit und Pflege. Mit dem Mensch ist sowohl der Heimbewohner, als auch der Pflegende gemeint. Jeder Mensch ist fähig sich zu entwickeln, zu wachsen und sich selbst zu verwirklichen. Er kann entscheiden, handeln und verantworten.
In der ganzheitlichen Sicht ist die Umgebung der wesentlichste äußere Faktor für Leben, Gesundheit und Wohlbefinden. Mensch und Umgebung sind offene sich wechselseitig beeinflussende Systeme, zu denen neben allen Lebewesen, auch ökologische, physikalische, materielle und gesellschaftliche Faktoren gehören.
Gesundheit und Krankheit ist ein dynamischer Prozess, der für die Pflege als Defizite und Fähigkeiten erkennbar sind. Zur Gesundheit zählen ebenso subjektiv empfundene Anteile wie Unabhängigkeit und Wohlbefinden.

Zielgruppen / Personenkreis
Die Einrichtung ist für jüngere pflegebedürftige Menschen im Sinne des SGB XI, die bei Aufnahme das Rentenalter noch nicht erreicht haben.
Schwerpunktmäßig pflegen und betreuen wir:
- Menschen mit HIV/Aids im Fortgeschrittenen Stadium (Enzephalopatien/HIV- Demenz/ schwere Behinderungen Paresen nach Aidserkrankungen). Darüber hinaus Krebserkrankte im fortgeschrittenen und prefinalen Stadium
- Menschen mit schwerer Behinderungen und hohen Pflegeaufwand nach Schlaganfall, Herzinfarkt, Unfällen, Suizid, sowie MS-Erkrankungen und Erberkrankungen (Moya-Moya, Chorea Huntington)
- psychisch erkrankte Menschen mit Doppeldiagnose sowie Suchterkrankt (Alkoholerkrankte und Metadonsubstituierte)

unser Leitmotto:
Freude an der Dynamik des Lebens
Zielvorstellungen
Der wichtigste Ansatz unserer pflegerischen und psycho-sozialen Versorgung basiert auf dem Erkennen, Erhalten und Fördern der persönlichen Fähigkeiten und Ressourcen.
Das Hauptziel ist es, den Bewohnern/Innen bei den unterschiedlichen Krankheitsbildern eine kontinuierliche, differenzierte und individuelle Pflege, in enger Zusammenarbeit mit spezialisierten Fachärzten, sowie die notwendige Begleitung/Betreuung anzubieten um vergessene Fähigkeiten wieder zu erlernen.
Unter besonderer Berücksichtigung der Biografie versuchen wir den Bewohnern einen intimen Rahmen mit individuell abgestimmter Pflege zu schaffen, ihnen das Gefühl von „zu Hause“ zu vermitteln , um so ein hohes Maß an Motivation zu erreichen, damit sie trotz ihrer Erkrankung weiterhin am sozialen Leben innerhalb und außerhalb des Heimes teilnehmen können. Entlassungen in betreutes Wohnen oder in therapeutische Wohngemeinschaften werden von uns gefördert, soweit der Krankheitsverlauf dieses zulässt.